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Armut: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:Dhaka Bangladesh Shanty Slum July 2011.jpg|thumb|Wer in einer solchen Hütte leben muss, gilt als arm. Ihnen gegenüber sind die Menschen in den [[Hochhaus|Hochhäusern]] im Hintergrund reich. Das [[Foto]] kommt aus [[Bangladesch]], einem Land in [[Asien]].]]
[[Datei:Dhaka Bangladesh Shanty Slum July 2011.jpg|mini|Die [[Mensch]]en in diesen Hütten sind arm.]]
Armut bedeutet, nicht genügend von dem zu haben, was wir dringend zum [[Leben]] brauchen. Gemeint sind damit [[Trinkwasser]], [[Ernährung|Nahrung]], [[Kleidung]] und ein Ort zum Wohnen. Auch die [[Gesundheit]] gehört dazu oder die Möglichkeit, bei Bedarf einen [[Arzt]] aufzusuchen. Das nennt man die Grundbedürfnisse. Wer die befriedigen kann, gilt nicht als arm.


Das Gegenteil von Armut ist [[Wohlstand]] oder sogar Reichtum. Zwischen Armut und Reichtum gibt es jedoch einen breiten Bereich. Wer sich [[Deutschsprachige Länder|bei uns]] gerade mal ein kleines [[Auto]] leisten kann, ist vermutlich weder arm noch reich. Er befriedigt zwar seine Grundbedürfnisse, besitzt aber weder eine Villa noch eine Luxusjacht.
Armut bedeutet, dass man nicht genügend von dem hat, was man dringend zum [[Leben]] braucht.
<br/>Gemeint sind damit Trink-Wasser, [[Ernährung|Nahrung]], [[Kleidung]] und ein Ort zum Wohnen.
<br/>Auch die [[Gesundheit]] gehört dazu.
<br/>Oder man muss bei Bedarf einen [[Arzt]] finden.
<br/>Das nennt man die Grund-Bedürfnisse.
<br/>Wer die befriedigen kann, gilt nicht als arm.


Bei der Armut kommt es auf den Ort an, an dem man wohnt. Mit zehn [[Euro]] täglich kann man in vielen [[Länder]]n [[Afrika]]s seine Grundbedürfnisse stillen. Zum Teil gilt man damit sogar schon als reich. In [[Deutschland]], [[Österreich]], der [[Schweiz]] und in unseren Nachbarländern reichen zehn Euro jedoch nicht aus für die Grundbedürfnisse. Hier gilt man damit als arm.
Das Gegen-Teil von Armut ist Wohl-Stand oder sogar Reichtum.
<br/>Zwischen Armut und Reichtum gibt es jedoch einen breiten Bereich.
<br/>Wer sich bei uns ein kleines [[Auto]] leisten kann, ist vermutlich weder arm noch reich.
<br/>Er befriedigt zwar seine Grundbedürfnisse, besitzt aber weder eine Villa noch eine Luxus-Jacht.


Es kommt auch auf die [[Zeit]] an, in der man lebt. Wer im [[Mittelalter|Frühen Mittelalter]] eine Schaufel aus [[Eisen]] besaß, war bestimmt reich. Eisen war sehr teuer, und die meisten [[Bauer]]n schnitzten sich damals ihre Schaufeln aus hartem [[Holz]]. Heute kann sich bei uns auch ein armer Mann eine Eisenschaufel im Gebrauchtwarenladen besorgen.
Bei der Armut kommt es auf den Ort an, an dem man wohnt.
<br/>Mit zehn [[Euro]] täglich kann man in vielen [[Länder]]n [[Afrika]]s seine Grundbedürfnisse stillen.
<br/>Zum Teil gilt man damit sogar schon als reich.
<br/>In [[Deutschland]], [[Österreich]], der [[Schweiz]] und in unseren Nachbar-Ländern reichen zehn Euro jedoch nicht aus für die Grundbedürfnisse.
<br/>Hier gilt man damit als arm.


Wer seine Grundbedürfnisse befriedigen kann, gilt absolut gesehen nicht als arm. Man spricht dann von der relativen Armut. Damit ist gemeint, dass ein Mensch oder eine [[Familie]] deutlich weniger hat als die meisten Familien rundherum. Wer also bei uns seine Grundbedürfnisse stillt, sich aber Kleider nur im Gebrauchtwarenladen besorgen und sich keinen [[Fernsehen|Fernseher]] leisten kann, gilt als relativ arm. In vielen Ländern wäre er damit aber immer noch relativ reich. Relativ bedeutet: „Im Vergleich mit den anderen“.
Es kommt auch auf die [[Zeit]] an, in der man lebt.
<br/>Wer im [[Mittelalter|Frühen Mittel-Alter]] eine Schaufel aus [[Eisen]] besaß, war bestimmt reich.
<br/>Heute kann sich bei uns auch ein armer Mann eine Eisen-Schaufel im Gebraucht-Waren-Laden besorgen.


Um nicht arm zu sein, braucht es nicht unbedingt [[Geld]]. In vielen Ländern ernähren sich die Menschen von dem, was ihr Land hergibt. Auch Kleider stellen sie sich zum Teil selber her. Die Materialien die sie dazu oder sonst zum Leben brauchen, tauschen sie ein. Das war vor vielen hundert [[Jahr]]en auch bei uns so. Wer damit nicht genügend Erfolg hat, wird vielleicht auswandern und sein [[Glück]] anderswo versuchen. Viele [[Migration|Migranten]], die heute nach Europa oder in die [[USA]] gehen, wollen damit der Armut entfliehen.
Um nicht arm zu sein, braucht es nicht unbedingt [[Geld]].
 
<br/>In vielen Ländern ernähren sich die Menschen von dem, was ihr Land hergibt.
== Weshalb gibt es arme Länder?==
<br/>Auch Kleider stellen sie sich zum Teil selber her.
[[Datei:Percentage population living on less than $2 per day 2009.png|thumb|In den dunkelblau eingefärbten [[Länder]]n sind nur zwei von hundert Menschen arm. In den schwarzen Ländern sind es über 80 von hundert. Zu den grauen Ländern gibt es keine Angaben.]]
<br/>Die Dinge, die sie dazu oder sonst zum Leben brauchen, tauschen sie ein.
Auf dieser [[Landkarte|Weltkarte]] fällt auf, dass es im [[Norden]] fast keine, im [[Süden]] jedoch viel Armut gibt. Am schlimmsten ist es in Afrika. Das ärmste Land der Welt ist [[Madagaskar]], gefolgt von der [[Demokratische Republik Kongo|Demokratischen Republik Kongo]], [[Burundi]], [[Malawi]] und [[Mosambik]]. Erst auf Platz 22 folgt [[Papua-Neuguinea]], das zum [[Australien|australischen]] [[Kontinent]] gehört. Diese Länder nennt man [[Entwicklungsland|Entwicklungsländer]]. Warum ganze Länder besonders arm sind, dafür sehen die [[Wissenschaft]]ler verschiedene Möglichkeiten.
<br/>Das war vor vielen hundert [[Jahr]]en auch bei uns so.
 
Manche Länder haben schlechte [[Erdboden|Böden]], auf denen nur wenig wächst. Wenn dann auch noch wenig [[Regen]] fällt, leiden die Menschen schnell [[Hunger]]. Der [[Klimawandel]] verschlimmert das oft noch. Im [[Sahelzone|Sahel]] zum Beispiel, das ist ein breiter Gürtel [[Süden|südlich]] der [[Sahara]], breitet sich die [[Wüste]] immer schneller aus. Die Menschen im [[Süden]] bezahlen hier den Preis für den [[Wohlstand]] im [[Norden]]. Denn dort wird am meisten [[Kohlendioxid]] in die [[Luft]] entlassen.
 
[[Bodenschätze]] nützen einem Großteil der Bevölkerung oft wenig. An [[Erdöl]] zum Beispiel verdienen oft die großen [[Unternehmen]] aus [[Europa]] oder den [[Vereinigte Staaten von Amerika]]. Die Arbeiter im Land verdienen nicht viel daran. Was ihnen übrigbleibt, ist oft nur die [[Umweltverschmutzung]] oder sogar deren Zerstörung. Mit dem Geld von [[Diamant]]en wurden in vielen Ländern Waffen gekauft und somit der [[Bürgerkrieg]] verlängert. Viel Geld aus Bodenschätzen verschwindet auch in den Taschen von [[Politik]]ern und Beamten. Das nennt man [[Korruption]].
 
In viele armen Ländern werden Dinge hergestellt, die an reiche Länder verkauft werden. Zum Beispiel Kleidung oder Turnschuhe. Auch Früchte oder Kaffeebohnen werden in armen Ländern angebaut. Die Bauern und Arbeiter in den armen Ländern verdienen nur sehr wenig daran. Aber mit dem Handel der Dinge wird in reichen Ländern viel Geld verdient. Eine Möglichkeit, bei der die Bauern und Arbeiter weniger ausgenutzt werden, ist der [[Fairer Handel|Faire Handel]]. Wenn man fair gehandelte Produkte kauft, bekommen die Bauern und Arbeiter einen höheren Lohn.
 
Ein großes Problem ist das Wachstum der Bevölkerung. Arme Menschen können sich oft keine Verhütungsmittel leisten, damit sie beim [[Sex]] keine [[Kind]]er bekommen. Auch haben sie keine [[Altersvorsorge]]. Sie müssen also eigene Kinder haben, damit diese sich später um sie kümmern. Oft [[Tod|sterben]] in diesen Ländern auch viele kleine Kinder. Also sorgen die Eltern dafür, dass eher genügend von ihnen zur Welt kommen. Viele Kinder und ein starkes Wachstum der Bevölkerung sorgen dann jedoch für ein Mangel an Nahrung und führen zu Hunger.
 
Armut führt auch in einen Teufelskreis. Wenn [[Kinderarbeit|Kinder arbeiten müssen]], können sie nicht zur [[Schule]] gehen. Wer nicht [[lesen]] und [[Schrift|schreiben]] kann, wird auch später nicht viel Geld verdienen. Wer also arme [[Eltern]] hat, steht in der Gefahr, selber sein Leben lang arm zu bleiben.
 
==Gibt es bei uns auch Armut?==
[[Datei:VinziRast-mittendrin by Kurt Kuball.jpg|thumb|Hier stehen Tische bereit für Menschen, die nicht genug zu essen haben. Sie werden hier kostenlos verpflegt.]]
Dass jemand seine Grundbedürfnisse nicht stillen kann, gibt es bei uns kaum. Es gibt aber sehr wohl Menschen, die sehr auf jede [[Münze]] achten müssen, die sie ausgeben. In Deutschland gelten etwa vier von hundert [[Einwohner]]n als arm. Sie brauchen also Geld vom [[Staat]], damit sie ihre Grundbedürfnisse befriedigen können. In Österreich sind es etwa fünf von hundert. In der Schweiz sind es etwas mehr als drei von hundert. Dabei wird aber nicht in jedem Staat genau gleich gerechnet.
 
Deutlich mehr Menschen gelten jedoch als armutsgefährdet. Sie haben also nur ein wenig mehr als das, was sie unbedingt brauchen. Sie können sich zum Beispiel kein [[Kino]] oder keinen [[Urlaub]] leisten oder sie müssten dafür sehr lange Geld sparen. Sie haben es dadurch oft schwierig mit Kollegen, wenn sie nie mit ihnen auf ein [[Bier]] oder einen [[Kaffee]] ausgehen können. Kinder können in der Schule nicht mitreden, wenn alle vom selben [[Film]] erzählen, weil sich ihre Eltern keine Kinokarte bezahlen konnten. Solche Menschen werden oft von den anderen ausgeschlossen. Damit dies weniger geschieht, bekommen sie oft Unterstützung vom Staat.
 
Armutsgefährdet sind vor allem [[Mutter|Mütter]], die ihre Kinder allein erziehen oder erziehen müssen. Auch alte Menschen sind häufiger davon betroffen, dann spricht man von der Altersarmut. [[Frau]]en sind im Alter oft schlechter gestellt als [[Mann|Männer]]. Weil sie die Kinder erzogen und lange nicht in einem [[Beruf]] gearbeitet haben, haben viele von ihnen eine schlechte Rente. Dies kann besonders nach dem [[Tod]] des [[Ehe]]mannes oder nach einer Scheidung vorkommen.


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[[Kategorie:Körper und Gesundheit]]
[[Kategorie:Politik und Gesellschaft]]

Aktuelle Version vom 20. September 2023, 22:07 Uhr

Die Menschen in diesen Hütten sind arm.

Armut bedeutet, dass man nicht genügend von dem hat, was man dringend zum Leben braucht.
Gemeint sind damit Trink-Wasser, Nahrung, Kleidung und ein Ort zum Wohnen.
Auch die Gesundheit gehört dazu.
Oder man muss bei Bedarf einen Arzt finden.
Das nennt man die Grund-Bedürfnisse.
Wer die befriedigen kann, gilt nicht als arm.

Das Gegen-Teil von Armut ist Wohl-Stand oder sogar Reichtum.
Zwischen Armut und Reichtum gibt es jedoch einen breiten Bereich.
Wer sich bei uns ein kleines Auto leisten kann, ist vermutlich weder arm noch reich.
Er befriedigt zwar seine Grundbedürfnisse, besitzt aber weder eine Villa noch eine Luxus-Jacht.

Bei der Armut kommt es auf den Ort an, an dem man wohnt.
Mit zehn Euro täglich kann man in vielen Ländern Afrikas seine Grundbedürfnisse stillen.
Zum Teil gilt man damit sogar schon als reich.
In Deutschland, Österreich, der Schweiz und in unseren Nachbar-Ländern reichen zehn Euro jedoch nicht aus für die Grundbedürfnisse.
Hier gilt man damit als arm.

Es kommt auch auf die Zeit an, in der man lebt.
Wer im Frühen Mittel-Alter eine Schaufel aus Eisen besaß, war bestimmt reich.
Heute kann sich bei uns auch ein armer Mann eine Eisen-Schaufel im Gebraucht-Waren-Laden besorgen.

Um nicht arm zu sein, braucht es nicht unbedingt Geld.
In vielen Ländern ernähren sich die Menschen von dem, was ihr Land hergibt.
Auch Kleider stellen sie sich zum Teil selber her.
Die Dinge, die sie dazu oder sonst zum Leben brauchen, tauschen sie ein.
Das war vor vielen hundert Jahren auch bei uns so.



Mehr über „Armut“ findest du auch im Kinder-Lexikon Klexikon und bei der Such-Maschine Frag Finn.

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